Software-Update mit Eiseskälte - Unsere Ioniq 5 Odyssee – Teil 1
Software-Update mit Eiseskälte: Unsere Ioniq 5 Odyssee – Teil 1
Eigentlich sind wir Fans der ersten Stunde. Unser Ioniq 5 – oder wie wir ihn nach einem lustigen Autokorrektur-Fehler jetzt intern nennen: das „Einhorn“ – ist ein tolles Auto. Doch was wir vor Kurzem erlebt haben, hat unsere Geduld und vor allem die meiner Frau massiv auf die Probe gestellt. Alles begann mit einem harmlosen Software-Update und endete im totalen Service-Chaos.
Dienstagabend, 17:00 Uhr: Wenn die Technik streikt
Die Bluelink-App meldete gut gelaunt ein Software-Update. Doch kaum im Auto angekommen, schlug uns die Realität entgegen. Das Display meldete: „12V Batteriespannung niedrig. Fahrzeug sofort abstellen!“
Meine Frau reagierte sofort und rettete den Wagen auf einen Supermarktparkplatz. Ab hier wurde es ungemütlich. Während draußen frostige 1° C herrschten, begann der Telefon-Marathon durch den deutschen Garantie-Dschungel:
Die Leasinggesellschaft: „Mobilitätsgarantie? Haben Sie. Aber rufen Sie bitte direkt bei Hyundai an, die sind zuständig.“
Hyundai Mobilitätsgarantie: Die nahmen den Fall auf und schickten den ADAC.
Der ADAC: Erschien zwei Stunden später, konnte uns aber gar nicht helfen, da er bereits ein anderes Auto auf der Pritsche hatte.
Der absolute Tiefpunkt: Da der Pannenhelfer mit dem digitalen Schließsystem des Ioniq nicht vertraut war, ließ er die Motorhaube sicherheitshalber offen, um später an die Entriegelung zu kommen. Meine Frau saß drei Stunden in der Kälte. Keine Heizung, kein Ersatzwagen – und die Krönung: Die Mobilitätsgarantie schloss den Fall für diesen Abend einfach ab, weil sie von einer Freundin abgeholt wurde. „Kein Leihwagenbedarf“, hieß es lapidar im System.
Mittwoch: Das Kompetenz-Vakuum
Am nächsten Morgen ging das Chaos in die zweite Runde. Die Logik der Zentralen war kaum zu fassen: Man wollte einen Abschlepper zum Supermarkt schicken – 18 Stunden nach der Panne, ohne dass jemand vor Ort war.
Dann das Mietwagen-Debakel:
Sixt Wiesbaden wollte, dass ich mich ins Taxi setze und hinfahre. Als ich die Entfernung erklärte, hieß es: „Ach, das ist ja viel zu weit.“
Sixt Koblenz rief meine Frau während der Arbeit an (obwohl ich als Ansprechpartner hinterlegt war), nur um zu sagen: „Keine Autos verfügbar. Vielleicht am Freitagmittag.“
Man fühlt sich in so einem Moment komplett allein gelassen. Man fährt ein modernes Elektroauto, zahlt für Service-Versprechen und steht am Ende ohne Mobilität da.
Die Rettung aus Idstein: Autohaus Ludwig
Ein riesiges Dankeschön geht an das Team vom Autohaus Ludwig in Idstein. Während die Hotlines noch Formulare sortierten, wurde dort gearbeitet.
Das ICCU-Modul (Integrated Charging Control Unit) war defekt – ein bekanntes Problem, das unser Einhorn komplett lahmgelegt hatte. Die Werkstatt hat das Ersatzteil in Rekordzeit organisiert und eingebaut. Bereits am Donnerstagnachmittag war das Auto wieder startklar!
Mein Fazit zum ersten Teil
Am Freitagmorgen konnte meine Frau unser Auto endlich wieder abholen. Wir waren erleichtert, aber der Beigeschmack blieb: Die Technik des Ioniq 5 ist futuristisch, aber der Service drumherum wirkt manchmal wie aus der Steinzeit.
Dass dies erst der Anfang einer längeren Geschichte war, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht…
Wenn das Vertrauen entlädt: Unser Ioniq 5 macht schon wieder schlapp
Man sagt ja, aller guten Dinge sind drei. Aber bei unserem Ioniq 5 reicht es uns langsam mit den „guten Dingen“. Nur drei Wochen nach dem großen Schlamassel und dem Tausch des ICCU-Moduls in Idstein standen wir am Samstagabend wieder fassungslos vor dem Auto.
Déjà-vu um 20:00 Uhr
Eigentlich wollten meine Frau und ich nur kurz los, doch das Auto empfing uns mit der inzwischen fast schon traumatischen Warnmeldung: „Kritischer Fehler! 12V Batterie leer. Fahrzeug sofort abstellen!“
Diesmal wussten wir wenigstens, was zu tun ist. Den Umweg über die Leasinggesellschaft haben wir uns direkt gespart – das spart Nerven und Zeit. Ein Anruf bei der Hyundai Mobilitätsgarantie genügte, und ich muss sagen: Der ADAC war diesmal einsame Spitze. Keine halbe Stunde später stand der gelbe Engel bei uns vor der Tür.
Das Paradoxon der E-Mobilität
Das Absurde an der Situation: Unser „Großer“ (der Hochvolt-Akku) war zu 60 % gefüllt. Genug Saft, um theoretisch halb Deutschland zu durchqueren. Trotzdem verhungert die kleine 12V-Batterie direkt daneben, weil das Auto sie einfach nicht nachlädt.
Der ADAC-Techniker schaute sich das Ganze an, und erst als wir den Wagen kurz an unsere eigene Wallbox hängten, gab es den nötigen „Impuls“: Das System wachte auf und fing an, die 12V-Batterie wieder ordnungsgemäß zu laden. Ein technisches Rätselraten, das man bei einem modernen Auto dieser Preisklasse eigentlich nicht erwartet.
Rückrufaktion und Vertrauensverlust
Ich hatte mich im Vorfeld belesen: Weltweit waren rund 145.000 Fahrzeuge von genau diesem Problem betroffen. Hyundai hatte hierfür extra Software-Updates und Überprüfungen ausgerollt, die unser Wagen eigentlich alle schon hinter sich hat.
Das Problem ist: Wenn man einmal mit diesem Fehler liegengeblieben ist, fährt die Unsicherheit immer mit. Das Vertrauen in unser so geliebtes Elektroauto ist aktuell – man muss es leider so sagen – auf einem Tiefpunkt angekommen.
Nächster Stopp: Limburg
Wir lassen das nicht auf uns sitzen. Ich habe bereits einen neuen Termin im Autohaus Ludwig vereinbart – diesmal am Standort in Limburg. Am Mittwoch wird die 12V-Batterie noch einmal komplett durchgecheckt. Da sie noch unter Garantie fällt, erwarte ich hier eine endgültige Klärung, ob die Batterie selbst durch die Tiefentladung einen Knacks weghat oder ob die Steuerung nach wie vor spinnt.
Ich werde berichten, ob das Einhorn (ja, der Spitzname bleibt jetzt erst recht!) in Limburg endlich dauerhaft kuriert werden konnte.
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